Inhaltsverzeichnis:
Weniger Rezepte für medizinisches Cannabis und neue Drogenpolitik: Entwicklungen und Kontroversen
Die aktuelle Debatte um die Legalisierung und Regulierung von Cannabis in Deutschland bleibt weiterhin kontrovers. Gesundheitsministerin Warken äußerte sich kritisch zum Anstieg der Verschreibungen von medizinischem Cannabis. Laut dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hat sich der Verbrauch von medizinischem Cannabis seit April 2024 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 31 auf 100 Tonnen verdreifacht. Warken sieht darin einen klaren Missbrauch und fordert strengere Vorgaben für die Verschreibung, insbesondere bei Online-Rezepten. Sie betont, dass Medizinalcannabis ausschließlich für schwer erkrankte Menschen gedacht sei und nicht für den allgemeinen Konsum. (Quelle: Deutscher Hanfverband, ntv, tagesschau.de, FAZ, MOZ.de)
„Es ist sehr einfach, online an eine Verschreibung zu kommen: Man kreuzt in einer Checkliste an, welche Beschwerden man angeblich hat und erhält ein Onlinerezept. Der starke Anstieg gibt mir sehr zu denken.“ – Gesundheitsministerin Warken
Auch die Ernennung von Hendrik Streeck zum neuen Drogenbeauftragten der Bundesregierung sorgt für Diskussionen. Streeck äußerte sich differenziert zur Legalisierung von Cannabis, sieht aber insbesondere bei Jugendlichen erhebliche Risiken für die Gehirnentwicklung und die Verkehrssicherheit. Er betont, dass der Jugendschutz durch die Legalisierung nicht gestärkt werde und der Schwarzmarkt sich verstärkt auf Minderjährige ausrichten könnte. (Quelle: Deutscher Hanfverband, RND)
- Verbrauch von medizinischem Cannabis: Anstieg von 31 auf 100 Tonnen seit April 2024
- Forderung nach strengeren Verschreibungsregeln
- Streeck warnt vor Risiken für Jugendliche und Verkehrssicherheit
Infobox: Die Bundesregierung hält trotz Kritik an der Legalisierung von Cannabis fest, plant aber eine Evaluation bis Ende 2025. Die Diskussion um Missbrauch und Jugendschutz bleibt zentral.
Keine Hinweise auf Heroin-Krise nach Cannabis-Legalisierung
Im Zuge der Legalisierung von Cannabis für Erwachsene warnte der scheidende Leiter der Jugendpsychiatrie des UKE, Rainer Thomasius, vor einem „Heroin-Revival“ unter Jugendlichen. Suchtforscher:innen und mehrere Institute widersprechen dieser Darstellung jedoch deutlich. Laut einer gemeinsamen Stellungnahme gibt es „derzeit keine belastbaren Hinweise auf einen Anstieg des Heroinkonsums unter Jugendlichen seit der Legalisierung von Cannabis für Erwachsene“. Die Verbreitung von Heroin bleibe im Promillebereich gleichbleibend niedrig, und auch die Zahl der Rauschgiftdelikte in Hamburg ist 2024 um etwa ein Drittel auf 11.313 Fälle gesunken. Heroinkonsumdelikte gingen um 242 Fälle (-16,9 Prozent) zurück. (Quelle: taz.de)
„Der erfreulich rückläufige Trend auch in der Verbreitung des Kiffens unter den Jugendlichen – trotz der Legalisierung – hält weiterhin an.“ – Stellungnahme der Suchtforscher:innen
- Keine empirischen Hinweise auf Anstieg des Heroinkonsums bei Jugendlichen
- Rauschgiftdelikte in Hamburg 2024: Rückgang um ein Drittel auf 11.313 Fälle
- Heroinkonsumdelikte: Rückgang um 16,9 Prozent
Infobox: Die These eines Heroin-Revival nach der Cannabis-Legalisierung wird von Fachstellen und Polizei nicht gestützt. Die Verbreitung harter Drogen unter Jugendlichen bleibt niedrig.
Pop-up-Markt in Stuttgart: Cannabis-Stecklinge legal erhältlich
In Stuttgart fand ein Pop-up-Markt statt, bei dem in der Bar „Trude“ Cannabis-Stecklinge verkauft wurden. Das „Clones Collective“ bot die Jungpflanzen als sogenanntes Vermehrungsmaterial an, was laut Cannabis-Gesetz (CanG) legal ist. Die Stecklinge wurden ausschließlich an Personen über 18 Jahren abgegeben, wobei ein Personalausweis vorgelegt werden musste. Die Organisatoren hatten bereits in München einen ähnlichen Markt veranstaltet, bei dem 250 Jungpflanzen innerhalb kürzester Zeit verkauft wurden. Die Anzahl der Stecklinge, die privat besessen werden dürfen, ist unbegrenzt, während der Besitz von bis zu drei ausgewachsenen Pflanzen erlaubt ist. (Quelle: stuttgarter-nachrichten.de)
- Pop-up-Markt für Cannabis-Stecklinge in Stuttgart
- Abgabe nur an Volljährige mit Ausweiskontrolle
- Stecklinge gelten als Vermehrungsmaterial und sind legal
Infobox: Der Verkauf von Cannabis-Stecklingen ist legal, solange sie als Vermehrungsmaterial gelten. Die Nachfrage nach legalen Jungpflanzen ist hoch.
Polizei stoppt Großtransport von Cannabis auf der A43
Die Autobahnpolizei Münster stoppte am 23. Mai 2025 einen Kleintransporter auf der A43 bei Dülmen. Bei der Kontrolle entdeckten die Beamten über 300 kg frisch geerntete Cannabispflanzen, geeignet zur Gewinnung von etwa 75 kg Marihuana. Der 58-jährige Fahrer mit niederländischer Staatsbürgerschaft wurde festgenommen und auf Antrag der Staatsanwaltschaft Münster in Untersuchungshaft genommen. Die Ermittlungen dauern an. (Quelle: Presseportal)
| Menge Cannabispflanzen | Gewinnbares Marihuana | Fahrer | Maßnahme |
|---|---|---|---|
| über 300 kg | ca. 75 kg | 58 Jahre, Niederlande | Untersuchungshaft |
Infobox: Die Polizei beschlagnahmte einen Großtransport von Cannabis und nahm den Fahrer fest. Die Ermittlungen wegen unerlaubten Handeltreibens laufen.
Hanf-Razzia in March: Unternehmer verteidigen Geschäftsmodell
In March ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen zwei junge Unternehmer, die mit ihrem Online-Shop „Heimat Seeds“ Cannabis verkauft haben sollen. Die Beschuldigten betonen, dass ihr Geschäft legal sei. Weitere Details zum Ermittlungsstand oder zu den rechtlichen Argumenten der Unternehmer sind im Artikel nicht enthalten. (Quelle: Badische Zeitung)
Infobox: Die rechtliche Grauzone beim Online-Verkauf von Cannabis-Samen bleibt ein Thema für Ermittlungsbehörden und Unternehmer.
Weitere Meldungen im Überblick
- Beim Stadtfest „Offenes Senftenberg 2025“ kam es zu Ärger, weil in der Nähe eines Bastelstandes für Kinder Cannabis geraucht wurde. Die Firma Purize präsentierte dort Aktivkohlefilter für Joints. (Quelle: Lausitzer Rundschau)
- In Augsburg steht eine Frau vor Gericht, weil sie zusammen mit einem Geschäftspartner in einem Automatenkiosk Cannabispflanzen und Marihuana verkauft haben soll. Nach der Teil-Legalisierung von Cannabis wurden in mehreren Städten Hanfprodukte in Automaten angeboten. (Quelle: WELT)
- In Freiburg wurden fünf mutmaßliche Drogendealer festgenommen. Die Polizei stellte bei Durchsuchungen Kokain und Marihuana sicher. Der Hauptverdächtige befindet sich in Haft. (Quelle: schwarzwaelder-bote.de)
Infobox: Die Legalisierung von Cannabis führt weiterhin zu rechtlichen Auseinandersetzungen und Polizeieinsätzen. Die gesellschaftliche und politische Debatte bleibt dynamisch.
Quellen:
- Warken will weniger Rezepte, Streeck wird Drogenbeauftragter | DHV-News # 466
- Diskussion um Cannabis und Heroin: Keine Heroin-Krise in Sicht
- Pop-up-Markt in Stuttgart: Junge Cannabis-Pflanzen in der Bar „Trude“ kaufen – und das ganz legal
- POL-COE: Dülmen, A43, Karthaus/Polizei stoppt Kleintransporter voller Cannabis - Fahrer festgenommen
- Hanf-Razzia in March - Cannabis-Unternehmer verteidigen Geschäftsmodell
- Medizinisches Cannabis: Gesundheitsministerin sagt boomenden Online-Rezepten für Hanf den Kampf an
- Offenes Senftenberg 2025: Ärger um Cannabis-Rauch neben Bastelstand für Kinder
- Frau soll Marihuana in Automatenkiosk verkauft haben
- Kokain und Marihuana gefunden: Polizei nimmt in Freiburg fünf mutmaßliche Drogendealer fest
- Frau soll Marihuana in Automatenkiosk verkauft haben
- Cannabispflanzen: Polizei entdeckt Drogenplantage in Passau
- Haftbefehl für 16-Jährigen in Amberg vollstreckt
- 1500 Cannabis-Pflanzen beschlagnahmt: Razzia bei Hanf-König von Bayern
- Astrasana Pharma AG erhält Swissmedic-Lizenz für den Anbau von medizinischem Cannabis
- Erntehelfer und Kurier für Marihuana-Anbau von Drogenring verurteilt
- Großkontrolle in Bitburg: Polizei zieht Autofahrer mit THC aus dem Verkehr - Einsatz mit internationalen Kräften
- 39 Kilogramm Hanfblüten werden versteigert
- "Monopolhehlerei"? Eugendorfer Hanfomat-Betreiber wehrt sich - und will weiter CBD verkaufen













