Ein Jahr Cannabis-Legalisierung: Kritik von Ärzten, Polizei und Politik wächst

02.04.2025 10 mal gelesen 0 Kommentare

Ärzte und Apotheker warnen vor Cannabis-Legalisierung in NRW

Ein Jahr nach der Legalisierung von Cannabis in Deutschland ziehen Ärzte und Apotheker eine kritische Bilanz. In Nordrhein-Westfalen gibt es mittlerweile 60 Anbauvereine, davon allein 20 im Regierungsbezirk Köln. Mediziner und Apotheker äußern Bedenken hinsichtlich der gesundheitlichen Auswirkungen und warnen vor einem Anstieg des Konsums von Medizinalcannabis über dubiose Plattformen. Die Polizei sieht ihre Befürchtungen bestätigt, dass der Schwarzmarkt weiterhin aktiv bleibt.

„Für den Schwarzmarkt ist das heute hoffentlich der Anfang vom Ende“, hatte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) bei der Legalisierung gesagt. Doch die Realität zeigt ein anderes Bild.

Die Diskussion um die Legalisierung bleibt kontrovers, da sowohl gesundheitliche als auch gesellschaftliche Risiken im Fokus stehen.

Region Anzahl der Anbauvereine
NRW 60
Regierungsbezirk Köln 20

Zusammenfassung: Die Legalisierung von Cannabis in NRW hat zu einer Zunahme von Anbauvereinen geführt, doch Ärzte und Apotheker warnen vor gesundheitlichen und gesellschaftlichen Risiken.

Drogenbeauftragter verteidigt Cannabis-Legalisierung

Burkhard Blienert (SPD), der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, hat die Teillegalisierung von Cannabis gegen Kritik verteidigt. Er betont, dass das Gesetz zu einem ehrlicheren Umgang mit Drogen beiträgt und die Entstigmatisierung fördert. Gleichzeitig fordert er intensivere Aufklärung an Schulen, um die Risiken des Drogenkonsums zu minimieren.

Blienert warnt jedoch vor der zunehmenden Verbreitung härterer Drogen wie Kokain und synthetischen Opioiden. Laut ihm konsumieren mittlerweile doppelt so viele Menschen Kokain wie vor einigen Jahren, was die Dringlichkeit einer evidenzbasierten Suchtpolitik unterstreicht.

„Das Cannabisgesetz hat für einen ehrlicheren und entkriminalisierten Umgang mit Drogen einen wichtigen Beitrag geleistet“, so Blienert.

Zusammenfassung: Der Drogenbeauftragte sieht in der Legalisierung von Cannabis einen Fortschritt, fordert jedoch mehr Prävention und warnt vor härteren Drogen.

Kritik der Gewerkschaft der Polizei an der Legalisierung

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) zieht ein kritisches Fazit zur Cannabis-Legalisierung in Rheinland-Pfalz. Trotz eines Rückgangs der Rauschgiftdelikte um über 7.200 Fälle im Jahr 2024 sieht die GdP keine Entlastung für die Ermittler. Zudem warnt sie vor negativen Auswirkungen wie der Stärkung krimineller Strukturen und Problemen im Straßenverkehr.

Die GdP fordert moderne Instrumente zur Feststellung des THC-Grenzwerts und spricht sich für eine Nulltoleranzregelung bei Cannabis am Steuer aus. Sie betont, dass die Teillegalisierung sicherheits- und gesundheitspolitisch problematisch sei.

Jahr Rauschgiftdelikte
2023 19.300
2024 13.433

Zusammenfassung: Trotz eines Rückgangs der Rauschgiftdelikte sieht die GdP keine Entlastung und warnt vor negativen Folgen der Legalisierung.

Ein Jahr Cannabis-Legalisierung: Stimmen aus Hessen

Ein Jahr nach der Legalisierung von Cannabis in Hessen sind die Meinungen weiterhin gespalten. Während Fuldas Bürgermeister Dag Wehner den hohen Verwaltungsaufwand kritisiert, berichtet Hessens Innenminister Roman Poseck von einem Rückgang der Fallzahlen bei Rauschgiftdelikten. Poseck betont jedoch, dass die Legalisierung dem Gesundheitsschutz junger Menschen schadet und der Schwarzmarkt weiterhin floriert.

Die Deutsche Polizeigewerkschaft kritisiert, dass die gewünschten Ergebnisse der Legalisierung nicht erreicht wurden. Sie sieht keine ausreichende Entlastung der Behörden und warnt vor Risiken im Straßenverkehr.

Zusammenfassung: In Hessen bleibt die Legalisierung umstritten, mit Kritik an der Bürokratie und den Auswirkungen auf den Schwarzmarkt.

Berlin: Schwarzmarkt trotz Legalisierung aktiv

In Berlin zeigt sich ein Jahr nach der Cannabis-Freigabe, dass der Schwarzmarkt weiterhin floriert. Laut Polizei wurden 2024 knapp 6 Tonnen Marihuana sichergestellt, im Vergleich zu 1,6 Tonnen im Jahr 2023. Die Berliner Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel kritisiert, dass das Gesetz den illegalen Handel nicht eindämmen konnte.

Auch Ärzte berichten von einem gestiegenen Konsum und warnen vor den gesundheitlichen Folgen. Die CDU fordert eine Rücknahme der Legalisierung, während die SPD auf eine längere Evaluierungsphase setzt.

„Ob das Gesetz am Ende des Tages die Ziele erreicht, die wir erreichen wollen, werden wir in vielleicht ein, zwei Jahren sehen können“, so Gesundheitssenatorin Ina Czyborra.

Zusammenfassung: In Berlin bleibt der Schwarzmarkt aktiv, und die Meinungen zur Legalisierung sind weiterhin geteilt.

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