Erfurt schreibt Geschichte: Erste legale Cannabis-Abgabe sorgt für Aufsehen

27.02.2025 66 mal gelesen 0 Kommentare

Erste legale Cannabis-Abgabe in Erfurt: Ein historischer Moment

Am Montagmorgen, dem 26. Februar 2025, erlebte Erfurt ein Novum: Zum ersten Mal wurde in der Stadt legales Cannabis an Mitglieder eines Cannabis Social Clubs ausgegeben. Wie der MDR berichtet, war Nico Paul, ein langjähriger Konsument, der erste, der seine Monatsration von 20 Gramm abholte. Die Abgabe fand in der Maximilian-Welsch-Straße statt, wo sich bereits früh eine Warteschlange bildete, darunter viele Pressevertreter. Die Gründungsmitglieder des Clubs berichteten von einem langen und bürokratischen Weg bis zur Erteilung der Anbaulizenz, die einen 80-seitigen Antrag erforderte. Trotz der Freude über die Legalisierung bleibt die Zukunft ungewiss, da die CDU angekündigt hat, die Cannabis-Freigabe rückgängig machen zu wollen.

Medizinalcannabis-Importe vervierfacht: Ein Boom im Jahr 2024

Wie DAZ.online berichtet, hat sich die Importmenge von Medizinalcannabis in Deutschland seit der Teillegalisierung im April 2024 vervierfacht. Im vierten Quartal 2024 wurden 31.691 Kilogramm importiert, verglichen mit 8.100 Kilogramm im ersten Quartal. Der Großteil der Importe stammt aus Kanada, gefolgt von Portugal und Dänemark. Die einfache Verschreibung über Online-Plattformen wie „Dr. Ansay“ wird von der Apothekenkammer Nordrhein kritisch gesehen, da sie den Zugang für Freizeitkonsumenten erleichtert. Trotz der wirtschaftlichen Vorteile bleibt die Zukunft der Legalisierung ungewiss, da die Union eine Rücknahme des Gesetzes plant.

Rücknahme der Cannabis-Legalisierung: Clubs und Wirtschaft in Sorge

Nach der Bundestagswahl 2025 plant die Union, die Cannabis-Teillegalisierung zurückzunehmen, wie fr.de berichtet. Cannabis-Clubs und Unternehmer warnen vor den wirtschaftlichen Folgen. Manuel Nilsson, Gründer eines Cannabis-Clubs, bezeichnet die mögliche Rücknahme als „Messerstich in die Wirtschaft“. Deutschland habe sich zu einem Hotspot der Cannabisindustrie entwickelt, mit neuen Ausbildungsberufen und Forschung. Eine Rückabwicklung könnte das Vertrauen von Gründern und Investoren nachhaltig schädigen. Trotz der Unsicherheiten bleibt die engagierte Aktivistenszene optimistisch.

Polizei greift durch: Cannabis-Konsum und Autofahren in Ahlen

Am 25. Februar 2025 beobachtete ein Zeuge in Ahlen, wie ein Mann öffentlich Cannabis rauchte und anschließend Auto fuhr. Laut Presseportal.de wurde der 24-Jährige von der Polizei gestoppt, einer Blutprobe unterzogen und ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Der Vorfall zeigt, dass trotz der Legalisierung strenge Regeln für den Konsum und die Teilnahme am Straßenverkehr gelten.

Cannovum Cannabis AG zieht sich aus dem Markt zurück

Die Cannovum Cannabis AG hat angekündigt, ihre Beteiligungen im Cannabis-Bereich abzuwickeln oder zu veräußern, wie boerse.de berichtet. Grund dafür sind die politischen Unsicherheiten nach der Bundestagswahl. Die Abwicklung betrifft auch die Anbau-Allianz für Deutschland GmbH, an der Cannovum mehrheitlich beteiligt ist. Der Vorstand plant zudem, den Firmennamen zu ändern, um Bezüge zu Cannabis zu streichen.

Sprunghafter Anstieg der Cannabis-Importe

Wie die ZEIT berichtet, wurden 2024 über 72 Tonnen Cannabis für medizinische und wissenschaftliche Zwecke importiert, während in Deutschland nur 2,6 Tonnen produziert wurden. Der Großteil der Importe stammt aus Kanada. Der Anstieg wird auf die Legalisierung und die vereinfachte Verschreibung durch Online-Anbieter zurückgeführt. Hausärzte kritisieren die aggressive Werbung dieser Plattformen und fordern eine strengere Regulierung.

Quellen:

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