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Legalisierung von Cannabis: Psychiatrische und gesellschaftliche Auswirkungen
Die Legalisierung von Cannabis in Deutschland seit April 2024 hat zu einer intensiven Debatte über die gesundheitlichen und gesellschaftlichen Folgen geführt. Laut einem Bericht von n-tv NACHRICHTEN beobachtet Stefan Gutwinski, Oberarzt an der Charité, eine Zunahme des Substanzkonsums bei psychisch vorbelasteten Patienten. Besonders Jugendliche seien gefährdet, da Studien aus Kanada zeigen, dass die Zahl der Psychosen und Vergiftungen in dieser Altersgruppe nach der Legalisierung gestiegen ist. Gutwinski betont, dass Cannabis eine schädliche Substanz sei, die vor allem Jugendliche und psychisch vorbelastete Menschen negativ beeinflusse.
"Die Gesetzeslage macht es mir als Psychiater jetzt schwerer," so Stefan Gutwinski, Oberarzt an der Charité.
Die Gesetzgebung erlaubt seit Juli 2024 den gemeinschaftlichen Anbau in Vereinen sowie den Anbau von bis zu drei Pflanzen zu Hause. Experten warnen jedoch, dass Jugendliche nun leichter Zugang zu Cannabis haben, was das Risiko für Psychosen und einen sinkenden IQ-Wert um bis zu zehn Punkte erhöht.
- Zunahme des Konsums bei psychisch vorbelasteten Personen.
- Höheres Risiko für Psychosen und Vergiftungen, besonders bei Jugendlichen.
- Gesetzliche Regelungen erleichtern den Zugang zu Cannabis.
Ist Cannabis eine Einstiegsdroge? Uneinheitliche Studienlage
Die Stiftung Gesundheitswissen berichtet, dass es keine einheitlichen Studienergebnisse gibt, die Cannabis eindeutig als Einstiegsdroge klassifizieren. Während einige Studien darauf hinweisen, dass Cannabiskonsum das Risiko für den späteren Konsum harter Drogen erhöht, zeigen andere, dass Jugendliche oft zuerst Tabak oder Alkohol konsumieren. Das persönliche Umfeld spielt dabei eine entscheidende Rolle, da der Konsum von Drogen in einem akzeptierenden Umfeld als normal wahrgenommen wird.
Experten betonen, dass jeder Cannabiskonsum gesundheitliche Risiken birgt. Neben Atemwegsschäden durch das Rauchen kann eine Überdosierung, beispielsweise durch den Verzehr von "Space Cakes", akute psychische Störungen auslösen. Für Erwachsene wird empfohlen, nicht öfter als ein- bis zweimal pro Woche Cannabis zu konsumieren, um gesundheitliche Schäden zu minimieren.
- Uneinheitliche Studienlage zur Einstiegsdrogen-Theorie.
- Persönliches Umfeld beeinflusst den Konsum stark.
- Gesundheitliche Risiken bestehen auch bei gelegentlichem Konsum.
Polizeiliche und juristische Auswirkungen der Legalisierung
Die Passauer Neue Presse berichtet, dass die Legalisierung von Cannabis nicht zu der erhofften Entlastung der Polizei und Justiz geführt hat. Trotz sinkender Fallzahlen im Bereich der Rauschgiftkriminalität bleibt die Belastung hoch. In Bayern beispielsweise hat bisher kein Cannabis-Club eine Lizenz erhalten, was die Umsetzung der neuen Regelungen erschwert. Kritiker bemängeln, dass der Schwarzmarkt weiterhin floriert, da die legale Versorgung nicht ausreichend ist.
Die Zahl der polizeilich erfassten Delikte im Zusammenhang mit Rauschgiftkriminalität ist jedoch in einigen Bundesländern deutlich gesunken. In Nordrhein-Westfalen beispielsweise um 34 Prozent, in Hamburg und Bremen sogar um über 40 Prozent.
- Keine signifikante Entlastung der Polizei und Justiz.
- Schleppende Genehmigung von Cannabis-Clubs.
- Rückgang der Rauschgiftdelikte in einigen Bundesländern.
Politische Diskussionen und mögliche Rückschritte
Die Rheinische Post und nd - Journalismus von links berichten über die politischen Diskussionen zur Cannabis-Legalisierung. Konservative Politiker kritisieren die großzügige Regelung von 25 Gramm Besitz und den Eigenanbau, da dies den Schwarzmarkt beflügle. Zudem gibt es Bedenken hinsichtlich der telemedizinischen Verschreibung und der Kontrollmöglichkeiten bei Anbauvereinigungen.
Der Deutsche Hanfverband fordert Verbesserungen, wie die Einführung von Fachgeschäften für Cannabis und die Genehmigung wissenschaftlich begleiteter Modellprojekte. Eine Rücknahme der Reformen könnte laut Branchenvertretern Arbeitsplätze und Steuereinnahmen gefährden sowie Schadensersatzansprüche gegen den Staat nach sich ziehen.
- Kritik an der 25-Gramm-Regelung und dem Eigenanbau.
- Forderung nach Fachgeschäften und Modellprojekten.
- Mögliche Rücknahme der Reformen könnte wirtschaftliche Folgen haben.
Quellen:
- Legalisierung mit Nebenwirkungen: Psychiater beobachtet Zunahme des Cannabis-Konsums
- Ein Jahr nach der Legalisierung: Ist Cannabis tatsächlich eine Einstiegsdroge?
- Cannabis-Legalisierung: Passauer Polizei und Justiz trotz sinkender Fallzahlen kaum entlastet
- „Psychosen, Vergiftungen und Konsum nehmen vor allem unter Jugendlichen zu“
- Cannabisgesetz – Cannabis-Entkriminalisierung »zurückgedreht«?
- (AZ+) Cannabis-Legalisierung: Warum sich die CSU verrannt hat
- Risiko um Sechsfaches erhöht: Wer kifft, riskiert einen Herzinfarkt
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