Cannabis-Legalisierung: Bayern blockiert Clubs, Kritik wächst – gemischte Bilanz in Deutschland

25.03.2025 30 mal gelesen 0 Kommentare

Bayern: Keine Genehmigungen für Cannabis-Clubs

Ein Jahr nach der Legalisierung von Cannabis in Deutschland hat Bayern noch keine einzige Genehmigung für nicht-kommerzielle Anbauvereinigungen erteilt. Laut dem bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit wurden bisher 37 Anträge eingereicht, von denen acht zurückgezogen und einer abgelehnt wurde. 28 Anträge befinden sich noch in der Prüfung. Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) kritisiert die Legalisierung scharf und fordert deren Rücknahme. Sie betont, dass die strengen Regeln in Bayern dem Gesundheits- und Jugendschutz dienen sollen.

„Die Legalisierung von Cannabis zu Konsumzwecken ist und bleibt ein schwerer Fehler“, so Gerlach.

Interessanterweise ist die Zahl der Rauschgiftdelikte in Bayern 2024 um 39 Prozent gesunken, bei Cannabis sogar um fast 56 Prozent. Dennoch sieht Innenminister Joachim Herrmann die Polizei durch zusätzliche Kontrollaufgaben belastet.

Jahr Rauschgiftdelikte Rückgang
2023 ca. 51.000 -
2024 31.145 39%

Zusammenfassung: Bayern bleibt bei der Cannabis-Legalisierung restriktiv. Trotz sinkender Kriminalitätszahlen gibt es keine Genehmigungen für Cannabis-Clubs, und die Regierung fordert eine Rücknahme der Legalisierung.

Hamburg: Ernüchternde Bilanz zur Legalisierung

Ein Jahr nach der Legalisierung zieht Hamburg eine kritische Bilanz. Laut Innenbehörde hat die Legalisierung den illegalen Markt nicht eingedämmt. Die Zahl der Rauschgiftdelikte sank 2024 zwar um 33,5 Prozent, jedoch wurden 953 Verstöße gegen das neue Cannabis-Gesetz registriert. Der Chef des Landeskriminalamts, Jan Hieber, berichtet von einem Anstieg schwerwiegender Straftaten im Zusammenhang mit Cannabis.

Auch Schleswig-Holstein sieht keine Schwächung des Schwarzmarkts. Die Regierung in Kiel bemängelt, dass die Verfolgung des organisierten Handels erschwert wurde.

Zusammenfassung: Hamburg und Schleswig-Holstein kritisieren die Legalisierung als ineffektiv gegen den Schwarzmarkt. Die Behörden sehen sich durch die neuen Regelungen zusätzlich belastet.

Psychiatrische Bedenken: Zunahme von Cannabis-Konsum

Psychiater Stefan Gutwinski von der Charité in Berlin beobachtet eine Zunahme des Cannabis-Konsums, insbesondere bei gefährdeten Patienten. Studien aus Kanada zeigen, dass die Legalisierung zu mehr Psychosen und Vergiftungen führt, vor allem bei Jugendlichen. Gutwinski betont, dass Cannabis eine schädliche Substanz sei, die besonders junge Menschen und Patienten mit psychischen Vorerkrankungen gefährde.

„Aus psychiatrischer Perspektive ist der Einführung von Cannabis insgesamt kaum etwas Positives abzugewinnen“, so Gutwinski.

Experten warnen, dass Jugendliche durch den leichteren Zugang stärker gefährdet sind. Regelmäßiger Konsum in der Pubertät kann den IQ um bis zu zehn Punkte senken.

Zusammenfassung: Psychiater warnen vor den gesundheitlichen Folgen der Legalisierung, insbesondere für Jugendliche und psychisch vorbelastete Personen.

Thüringen: Fortschritte bei Cannabis-Clubs

In Thüringen wurden bisher sieben Cannabis-Clubs genehmigt, darunter in Erfurt, Hildburghausen und Jena. Insgesamt gingen 14 Anträge ein, von denen zwei abgelehnt wurden. Die Ablehnungen wurden mit nicht erfüllten Voraussetzungen begründet. Hildburghausen bleibt der einzige aktive Standort in Südthüringen.

Zusammenfassung: Thüringen zeigt Fortschritte bei der Genehmigung von Cannabis-Clubs, jedoch warten noch viele Anträge auf eine Entscheidung.

Quellen:

Deine Meinung zu diesem Artikel

Bitte gebe eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Bitte gebe einen Kommentar ein.
Keine Kommentare vorhanden