Cannabis-Legalisierung in der Kritik: Social Clubs, Schwarzmarkt und Bürokratie im Fokus

30.03.2025 23 mal gelesen 0 Kommentare

Warum Cannabis Social Clubs um ihre Zukunft bangen

Seit der Legalisierung von Cannabis im April 2024 stehen die sogenannten Cannabis Social Clubs unter strenger Beobachtung. Ein Gramm Marihuana kostet in diesen Clubs 8,50 Euro, doch die Union plant, die Legalisierung rückgängig zu machen. Laut Daniela Behrens (SPD), Innenministerin von Niedersachsen, hat das aktuelle Gesetz die Erwartungen nicht erfüllt. Axel Brockmann, Landespolizeipräsident von Niedersachsen, betont, dass der illegale Markt weiterhin eine große Rolle spielt.

„Wir müssen davon ausgehen, dass die Beschaffung zu einem großen Teil weiterhin auf dem illegalen Markt erfolgen wird.“ – Axel Brockmann, Landespolizeipräsident Niedersachsen

Die Polizei sieht kaum positive Auswirkungen auf die Drogenkriminalität, und die CSU fordert eine Abschaffung der Legalisierung. Gleichzeitig steigen die Cannabis-Importe für medizinische Zwecke, während nur jeder achte Cannabis-Club genehmigt wurde.

  • Preis pro Gramm: 8,50 Euro
  • Nur 12,5 % der Clubs genehmigt

Zusammenfassung: Die Zukunft der Cannabis Social Clubs ist ungewiss, da die Union eine Rücknahme der Legalisierung anstrebt und der illegale Markt weiterhin floriert.

Münchens Bilanz nach einem Jahr Cannabis-Legalisierung

In Bayern gibt es trotz der Legalisierung keinen einzigen genehmigten Cannabis-Club. Von 37 Anträgen wurden einige abgelehnt, und andere warten noch auf eine Entscheidung. Privatpersonen dürfen bis zu drei Pflanzen anbauen und 50 Gramm Cannabis zu Hause aufbewahren. Dennoch bleibt der Schwarzmarkt aktiv, mit Preisen zwischen 10 und 15 Euro pro Gramm Haschisch.

Die Münchner Polizei verzeichnete 2024 rund 850 Verkehrsordnungswidrigkeiten unter Cannabis-Einfluss, ein Anstieg von fast 50 % im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig sanken die Rauschgiftdelikte mit Cannabis von 6.827 Fällen im Jahr 2023 auf 3.189 im Jahr 2024.

  • 850 Verkehrsdelikte unter Cannabis-Einfluss
  • Rauschgiftdelikte halbiert

Zusammenfassung: Trotz der Legalisierung bleibt der Schwarzmarkt aktiv, und die Zahl der Verkehrsdelikte unter Cannabis-Einfluss ist gestiegen.

„Bürokratiemonster“: Kritik am Cannabisgesetz

Ein Jahr nach der Legalisierung wird das Cannabisgesetz von vielen Seiten kritisiert. Laut Alexander Poitz, stellvertretender Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei, ist das Gesetz ein „Mängelexemplar“. Die Polizei kämpft täglich mit den Unzulänglichkeiten der Konsumregelung, und die Justiz ist durch 279.000 neu zu bewertende Altfälle stark belastet.

Die Zahl der Cannabis-Straftaten ist jedoch deutlich gesunken. In Bayern wurden 2024 insgesamt 15.270 Straftaten registriert, im Vergleich zu 27.735 im Jahr 2023. Ähnliche Rückgänge gab es in Berlin und Hessen.

Bundesland Straftaten 2023 Straftaten 2024
Bayern 27.735 15.270
Berlin 9.002 5.231
Hessen 16.525 7.808

Zusammenfassung: Das Cannabisgesetz hat die Zahl der Straftaten reduziert, wird jedoch als bürokratisch und unklar kritisiert.

Basler Cannabis-Studie zeigt positive Ergebnisse

In Basel wurden im Rahmen der Studie „Weed Care“ seit zwei Jahren 87 Kilogramm Cannabis legal verkauft, was einem Wert von 900.000 Franken entspricht. Die Studie zeigt, dass der legale Verkauf weder die Menge noch die Häufigkeit des Konsums erhöht hat. Knapp 80 % der Teilnehmenden sehen Vorteile im legalen Erwerb.

  • 87 Kilogramm Cannabis verkauft
  • 900.000 Franken Umsatz
  • 80 % der Teilnehmenden befürworten den legalen Verkauf

Zusammenfassung: Die Basler Studie zeigt, dass legaler Cannabis-Verkauf den Konsum nicht erhöht und positive Auswirkungen auf die psychische Gesundheit hat.

Quellen:

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