Ein Jahr Cannabis-Legalisierung: Konsum, Kriminalität und erste Ernten im Fokus

29.03.2025 29 mal gelesen 0 Kommentare

Ein Jahr Cannabis-Gesetz in Deutschland: Eine Bilanz aus Stuttgart

In Stuttgart wurden seit März 2023 Abwasserdaten analysiert, um den Cannabiskonsum zu messen. Die Ergebnisse zeigen, dass der Konsum im Winter 2024 um mehr als das Doppelte im Vergleich zum Sommer 2023 anstieg, bevor er wieder sank. Insgesamt stieg der Carboxy-THC-Wert um 13 Prozent im Vergleich zu den Werten vor der Legalisierung. Laut Peter Schilling, Leiter des Zentrallabors Stuttgart, sind diese Daten weniger dramatisch als erwartet.

Auch die zentrale Suchtklinik Stuttgart verzeichnete 2024 nur 60 Fälle von Cannabis-Abhängigkeit als Hauptdiagnose bei über 6.700 Patienten. Maurice Cabanis, ärztlicher Direktor, betont, dass die Legalisierung den Zugang zu Hilfsangeboten erleichtert hat.

„Das Aufregende an den Daten ist, dass die eigentlich so unaufregend sind“, so Peter Schilling.
Zeitraum Carboxy-THC-Wert
Sommer 2023 Basiswert
Winter 2024 +100%
Sommer 2024 +13%

Zusammenfassung: Der Cannabiskonsum in Stuttgart zeigt saisonale Schwankungen, jedoch keinen dramatischen Anstieg durch die Legalisierung.

Union will Cannabis-Gesetz stoppen

Die CDU/CSU plant, die Teillegalisierung von Cannabis rückgängig zu machen. Laut einem Vorschlag in den Koalitionsverhandlungen soll das Gesetz gestrichen werden. Die SPD hingegen sieht das Gesetz als Erfolg und möchte es beibehalten. Dirk Heidenblut von der SPD betont, dass die Entkriminalisierung den Zugang zu Hilfsangeboten erleichtert hat.

Die Diskussionen um das Gesetz bleiben kontrovers, insbesondere da die kommerzielle Abgabe von Cannabis noch nicht umgesetzt wurde.

„Ein Rückschritt wäre aus drogenpolitischer Sicht unverantwortlich“, so Dirk Heidenblut.

Zusammenfassung: Die Union fordert die Rücknahme des Cannabis-Gesetzes, während die SPD an der Legalisierung festhalten möchte.

Erste Ernte im Cannabis-Club „SoChill Green“ in Greifswald

Der Cannabis-Club „SoChill Green“ in Greifswald hat seine erste Ernte erfolgreich abgeschlossen. Rund 700 Pflanzen wurden geerntet, und die Mitglieder können nun zwischen sieben Sorten wählen. Der THC-Gehalt liegt zwischen 15 und 30 Prozent. Pro Gramm zahlen Mitglieder zwischen sieben und elf Euro.

Der Club hat derzeit 200 Mitglieder, weitere 130 stehen auf der Warteliste. Trotz strenger Auflagen sieht Gründer Marc Thalus die Legalisierung als Erfolg, da Mitglieder nun sauberes, getestetes Cannabis erhalten.

Zusammenfassung: Der erste Cannabis-Club in Mecklenburg-Vorpommern zeigt, wie legale Anbauvereinigungen den Schwarzmarkt ersetzen können.

Regionale Bilanz: Weniger Kriminalität durch Cannabis-Legalisierung

Im Kreis Offenbach sind die Rauschgiftdelikte 2024 um mehr als die Hälfte gesunken. Die Polizei verzeichnete 626 Fälle, verglichen mit über 1.400 im Jahr 2023. Allerdings sank die Aufklärungsquote bei Drogendelikten von 87,1 Prozent auf 83,6 Prozent. Kommunen berichten von kaum spürbaren Auswirkungen der Legalisierung.

Präventionsmaßnahmen, insbesondere in Schulen, wurden verstärkt. Workshops und Aufklärungskampagnen sollen Jugendliche über die Risiken des Konsums informieren.

Zusammenfassung: Die Legalisierung führte zu einem Rückgang der Kriminalität, während Präventionsmaßnahmen ausgebaut wurden.

Berlin: Cannabis-Legalisierung und ihre Herausforderungen

In Berlin wurden bisher fünf Anbauvereinigungen genehmigt, 21 weitere Anträge sind in Bearbeitung. Der Schwarzmarkt bleibt jedoch ein Problem, da legales Cannabis noch nicht in ausreichender Menge verfügbar ist. Die Polizei registrierte 2024 den niedrigsten Stand an Rauschgiftdelikten seit zehn Jahren.

Psychiater warnen vor gesundheitlichen Folgen, insbesondere bei Jugendlichen. Studien zeigen, dass Cannabis die Hirnentwicklung beeinträchtigen kann.

Zusammenfassung: Trotz Fortschritten bei der Legalisierung bleibt der Schwarzmarkt ein Problem, und gesundheitliche Risiken werden weiterhin diskutiert.

Quellen:

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