Ein Jahr Cannabis-Legalisierung: Konsum steigt leicht, Kriminalität sinkt deutlich

29.03.2025 27 mal gelesen 0 Kommentare

Ein Jahr Cannabis-Gesetz in Deutschland: Eine Bilanz

Die Legalisierung von Cannabis in Deutschland hat nach einem Jahr gemischte Ergebnisse hervorgebracht. In Stuttgart wurden umfangreiche Abwasserdaten gesammelt, die eine leichte Steigerung des Cannabiskonsums um 13 Prozent zeigen. Interessanterweise gab es saisonale Schwankungen, wobei im Winter mehr konsumiert wurde als im Sommer. Laut Peter Schilling, Leiter des Zentrallabors Stuttgart, sind die Daten jedoch weniger dramatisch als erwartet. Auch die zentrale Suchtklinik Stuttgart berichtet von nur 60 Fällen, in denen Cannabisabhängigkeit als Hauptdiagnose behandelt wurde. (Quelle: SWR)

„Das Aufregende an den Daten ist, dass die eigentlich so unaufregend sind, weil man ja befürchtet hat, dass die Daten deutlicher ansteigen.“ – Peter Schilling
Zeitraum Carboxy-THC-Werte
Vor Legalisierung 100%
Nach Legalisierung 113%

Zusammenfassung: Der Cannabiskonsum in Stuttgart ist leicht gestiegen, jedoch ohne dramatische Auswirkungen. Die Legalisierung hat zudem den Zugang zu Hilfsangeboten erleichtert.

Union will Cannabis-Gesetz rückgängig machen

Die CDU/CSU plant, die Teillegalisierung von Cannabis zurückzunehmen. Laut einem Vorschlag in den Koalitionsverhandlungen soll das Gesetz rückgängig gemacht werden, was die SPD jedoch als „unverantwortlich“ bezeichnet. SPD-Politiker Dirk Heidenblut sieht das Gesetz als Erfolg, da es Kriminalisierung reduziert und Aufklärung gefördert habe. (Quelle: fr.de)

„Jetzt ist es wichtig, nicht nachzulassen und den Weg zur vollständigen Legalisierung weiterzugehen.“ – Dirk Heidenblut

Zusammenfassung: Die Union strebt eine Rücknahme des Cannabis-Gesetzes an, während die SPD an der Teillegalisierung festhalten möchte.

Erste Ernte im Cannabis-Club „SoChill Green“

In Greifswald konnte der Cannabis-Club „SoChill Green“ erstmals Cannabis an seine Mitglieder abgeben. Die Ernte von 700 Pflanzen war ein Erfolg, und die Mitglieder zahlen zwischen sieben und elf Euro pro Gramm. Der Club hat derzeit 200 Mitglieder, weitere 130 stehen auf der Warteliste. (Quelle: NDR.de)

  • 700 Pflanzen geerntet
  • THC-Gehalt: 15-30%
  • Preis: 7-11 Euro pro Gramm

Zusammenfassung: Der erste Cannabis-Club in Mecklenburg-Vorpommern zeigt, wie legale Anbauvereinigungen funktionieren können, trotz strenger Auflagen.

Regionale Bilanz: Weniger Kriminalität, kaum neue Probleme

Im Kreis Offenbach sind die Rauschgiftdelikte um mehr als die Hälfte gesunken, von über 1400 Fällen im Jahr 2023 auf 626 im Jahr 2024. Gleichzeitig sank die Aufklärungsquote bei Drogendelikten leicht. Kommunen berichten von kaum spürbaren Auswirkungen der Legalisierung. (Quelle: op-online.de)

Jahr Rauschgiftdelikte Aufklärungsquote
2023 1400+ 87,1%
2024 626 83,6%

Zusammenfassung: Die Legalisierung hat zu einem Rückgang der Rauschgiftdelikte geführt, ohne die Arbeit der Kommunen wesentlich zu beeinflussen.

Berlin: Cannabis und Jugendschutz

In Berlin wurden bisher fünf Anbauvereinigungen genehmigt, während 21 Anträge noch in Bearbeitung sind. Der Schwarzmarkt bleibt jedoch ein Problem, da legales Cannabis noch nicht in ausreichender Menge verfügbar ist. (Quelle: Volksstimme)

Zusammenfassung: Trotz Fortschritten bei Anbauvereinigungen bleibt der Schwarzmarkt in Berlin aktiv, was die Effektivität der Legalisierung einschränkt.

Quellen:

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