Ein Jahr Cannabisgesetz: Erfolge, Kritik und ungelöste Probleme der Legalisierung

31.03.2025 22 mal gelesen 0 Kommentare

Ein Jahr Teillegalisierung: Hat das Cannabisgesetz eine Zukunft?

Am 1. April 2024 trat das Cannabisgesetz in Deutschland in Kraft, das den Konsum und Anbau von Cannabis unter bestimmten Bedingungen legalisiert. Erwachsene dürfen bis zu drei Pflanzen anbauen und maximal 50 Gramm Cannabis zu Hause aufbewahren. Der öffentliche Konsum bleibt jedoch stark eingeschränkt, insbesondere in der Nähe von Schulen und Kinderspielplätzen. Laut der Polizeilichen Kriminalstatistik sind Drogendelikte im Jahr 2024 um 34,2 Prozent gesunken, was auf die Gesetzgebung zurückgeführt wird. Dennoch bleibt der Schwarzmarkt aktiv, und Experten warnen vor einer möglichen Zunahme von Psychosen, insbesondere bei Jugendlichen.

„Das Gesetz zum Umgang mit Konsumcannabis muss verantwortungsvoll weiterentwickelt werden“, fordern Suchtforscher. (Quelle: tagesschau.de)

Zusammenfassung: Die Teillegalisierung hat zu einem Rückgang der Drogendelikte geführt, doch der Schwarzmarkt bleibt ein Problem. Experten fordern eine Weiterentwicklung des Gesetzes.

CSU fordert Abschaffung der Cannabis-Legalisierung

Die CSU drängt auf eine Rücknahme des Cannabisgesetzes. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann bezeichnet die Legalisierung als „gefährlichen Irrweg“ und warnt vor einer Zunahme von Drogenkriminalität und Verkehrsdelikten. Auch Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach fordert eine strikte Antidrogenpolitik. Bayern hat bisher keine Genehmigungen für Cannabis-Anbauvereinigungen erteilt und bleibt das einzige Bundesland ohne legalen Vereinsanbau.

Die Polizeigewerkschaft kritisiert das Gesetz ebenfalls und fordert Nachbesserungen, da es zu Unsicherheiten bei Kontrollen führt. Die Bundesärztekammer spricht sich für eine Rücknahme der Teillegalisierung aus.

Zusammenfassung: Die CSU und andere Kritiker fordern die Abschaffung des Cannabisgesetzes, während Bayern weiterhin auf strikte Restriktionen setzt. (Quelle: ZEIT Campus, T-Online)

München: Auswirkungen der Cannabis-Legalisierung

In München gibt es bisher keinen einzigen genehmigten Cannabis-Club, obwohl 37 Anträge eingereicht wurden. Die Zahl der Fahrten unter Drogeneinfluss ist 2024 im Vergleich zum Vorjahr um fast 50 Prozent gestiegen. Gleichzeitig sind die Rauschgiftdelikte mit Cannabis stark zurückgegangen, von 6827 Fällen im Jahr 2023 auf 3189 im Jahr 2024. Der Schwarzmarkt bleibt jedoch aktiv, mit Preisen von 10 bis 15 Euro pro Gramm Haschisch.

Zusammenfassung: Trotz der Legalisierung bleibt der Schwarzmarkt in München aktiv, und die Zahl der Drogendelikte im Verkehr ist gestiegen. (Quelle: Merkur.de)

Stuttgart: „Durchgängig gekifft“

In Stuttgart hat der Cannabiskonsum nach der Teillegalisierung leicht zugenommen, wie Abwassermessungen zeigen. Der Konsum findet an allen Wochentagen statt, ohne signifikante Veränderungen im Muster. Kritiker bemängeln jedoch Probleme beim Jugendschutz und der Prävention. Die Stadt verzeichnet weiterhin Herausforderungen im Umgang mit der neuen Gesetzeslage.

Zusammenfassung: Der Cannabiskonsum in Stuttgart ist leicht gestiegen, während Jugendschutz und Prävention weiterhin problematisch sind. (Quelle: Stuttgarter Zeitung, Stuttgarter Nachrichten)

Polizei-Razzia bei Schwerbehindertem wegen Cannabis

In Berlin-Neukölln führte die Polizei eine Razzia bei einem schwerbehinderten Mann durch, der Cannabis auf Rezept konsumiert. Der Einsatz, bei dem Blendgranaten und Handschellen zum Einsatz kamen, wirft Fragen zur Verhältnismäßigkeit auf. Der Vorfall zeigt, dass trotz der Legalisierung Unsicherheiten und Missverständnisse im Umgang mit Cannabis bestehen.

Zusammenfassung: Eine Polizei-Razzia in Berlin zeigt die Herausforderungen bei der Umsetzung des Cannabisgesetzes. (Quelle: Berliner Morgenpost)

Quellen:

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